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02.10.2026
14:02 Uhr
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„Tötet sie!“: Mob hetzt junge Polizistin durch Paris

„Tötet sie!“: Mob hetzt junge Polizistin durch Paris
Symbolbild: KI-generiert

Frankreich erlebt eine Woche der Gewalt, und ein knapp 30 Sekunden langes Video steht inzwischen für das ganze Chaos. Am Donnerstag haben mehrere junge Männer im 20. Pariser Arrondissement eine Polizistin gejagt, zu Boden gebracht und auf sie eingetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Hetzjagd am Place Auguste-Métivier

Nach Angaben der Pariser Polizeipräfektur war die Beamtin zur Verstärkung gerufen worden. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine Kommissaranwärterin. Am Place Auguste-Métivier war eine Schülerdemonstration eskaliert. Rund hundert Teilnehmer, teils gewaltbereit, gingen dort gezielt auf die Einsatzkräfte los.

Was danach geschah, zeigt ein Video, das sich in den sozialen Netzwerken rasend schnell verbreitet hat. Eine Gruppe junger Männer rennt der Frau hinterher. Einer stellt ihr ein Bein, sie stürzt. Französischen Berichten zufolge treten die Angreifer mindestens zweimal zu und rennen dann davon. Im Hintergrund ist „Dreckshure“ zu hören. Und: „Tötet sie!“

Die Polizistin wurde verletzt und steht laut Medienberichten unter Schock. Sie hat Anzeige erstattet. Wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtet, hat die Pariser Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschaftlicher Gewalt gegen eine Person in öffentlicher Funktion eingeleitet.

305 verletzte Beamte an einem einzigen Tag

Der Angriff ist kein Einzelfall, sondern Teil einer landesweiten Welle. Seit Wochen blockieren Schüler in ganz Frankreich ihre Gymnasien. Angefangen hat es Berichten zufolge in einem Lycée im Pariser Vorort Créteil, mit Protesten gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen und fehlende Schulkrankenschwestern. Vielerorts ist daraus offene Randale geworden.

Allein der Donnerstag brachte eine erschreckende Bilanz:

  • 305 Polizisten und Gendarmen wurden laut Innenministerium verletzt
  • 1.949 Festnahmen im ganzen Land
  • Mehr als 1.000 der rund 3.700 Lycées waren von den Protesten betroffen, 222 davon blockiert
  • Laut Bildungsminister Édouard Geffray wurden 65 Schulbeschäftigte und 160 Schüler verletzt

Es brannten Schulgebäude, Polizisten wurden mit Feuerwerksmörsern beschossen, Bushaltestellen gingen zu Bruch. Am Freitag blieben gut 400 Schulen geschlossen. Innenminister Laurent Nuñez sagt, die Polizei habe es nicht mit Demonstranten zu tun, sondern mit Randalierern. Laut dem Sender TF1 sind 85 bis 90 Prozent der Festgenommenen in Gewahrsam minderjährig.

Paris reagiert vor allem mit Worten

Nuñez nannte den Angriff auf X „unerträglich“ und versprach, die Täter würden gefasst und vor Gericht gestellt. Marine Le Pen, Fraktionschefin des Rassemblement National, sprach von einem „hasserfüllten Mob“ und forderte eine „exemplarische Bestrafung“. Parteichef Jordan Bardella sieht in den Bildern die Folge jahrzehntelanger Nachgiebigkeit und massiver Einwanderung.

Medienberichten zufolge gibt die Regierung der linken Partei La France Insoumise eine Mitschuld an der Eskalation. Die Partei weist das als Verschwörungsdenken zurück. Justizminister Gérald Darmanin will nun die Eltern zahlen lassen: Die Staatsanwälte sollen sie für Schäden ihrer randalierenden Kinder zivilrechtlich haftbar machen. Der Gedanke dahinter ist Eigenverantwortung, und aus Sicht vieler Beobachter kommt er spät.

Ein Warnsignal auch für Deutschland

Aus Sicht unserer Redaktion zeigen die Bilder aus Paris, was passiert, wenn der Staat jahrelang zusieht, wie der Respekt vor Polizei und Behörden verloren geht. Wer Uniform trägt, wird zur Zielscheibe. Und eine junge Frau wird zur Gejagten.

Auch in Deutschland meldet die Polizeiliche Kriminalstatistik Rekordwerte, besonders bei Messerangriffen. Für viele Bürger ist das kein Zufall, sondern die Folge politischer Fehlentscheidungen. Berlin sollte sich deshalb eine einfache Frage stellen: Will man warten, bis solche Videos aus deutschen Großstädten kommen? Oder setzt man jetzt Grenzen, die auch durchgesetzt werden?

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