
Showdown in Wolfsburg: VW-Sparplan vor dem Bruch!

Bei Volkswagen ist der Versuch eines Kompromisses im Streit ĂŒber das milliardenschwere Sparprogramm von Konzernchef Oliver Blume gescheitert. Wie Medienberichten zufolge aus dem Umfeld der Beteiligten zu hören ist, rangen Vertreter des Unternehmens und des Landes Niedersachsen am Montag und Dienstag um einen Minimalkonsens â erfolglos. Die Fronten bleiben verhĂ€rtet.
Weitere GesprÀche vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung sind dem Bericht zufolge nicht mehr geplant. Der Zeitplan ist eng: Am Mittwoch tagt das Kontrollgremium von Audi, wo das mögliche Ausmaà der Einschnitte bei der Tochter vorgestellt werde. Donnerstag trifft sich das PrÀsidium des VW-Aufsichtsrats, Freitag das gesamte Gremium.
Ein Novum in der deutschen Wirtschaftsgeschichte
Besonders brisant: Der Vorstand bereite sich offenbar darauf vor, die AktionĂ€re auf einer auĂerordentlichen Hauptversammlung ĂŒber das Sparpaket abstimmen zu lassen. Dass eine Hauptversammlung ĂŒber ein Sanierungsprogramm entscheidet, hat es in Deutschland bislang nicht gegeben. Ein Insider aus dem Konzernumfeld beschrieb die Lage der Zeitung mit einem drastischen Bild:
âDie ZĂŒge fahren jetzt aufeinander zu.â
Volkswagen wollte sich auf Anfrage nicht Ă€uĂern. Aus Sicht von Beobachtern wirkt der Schritt wie eine Machtprobe: Der Vorstand wĂŒrde damit versuchen, den Widerstand von Arbeitnehmerseite und Landesregierung ĂŒber die EigentĂŒmerversammlung auszuhebeln.
Warum Niedersachsen den SchlĂŒssel in der Hand hĂ€lt
Das Land Niedersachsen hĂ€lt rund 20 Prozent der Anteile und sitzt mit Stimmrecht im Aufsichtsrat. Dank des VW-Gesetzes verfĂŒgt Hannover ĂŒber eine faktische SperrminoritĂ€t bei zentralen Entscheidungen â ein Konstrukt, das Kritiker seit Jahren als politische Fessel fĂŒr einen Weltkonzern bemĂ€ngeln.
Bereits im Juli lief Blume auf. Berichten zufolge scheiterte eine erste Abstimmung im Aufsichtsrat mit 7 zu 12 Stimmen. Blume selbst hatte danach erklĂ€rt, sein Ziel seien BeschlĂŒsse bis Jahresende, WerksschlieĂungen bis 2030 hielt er nicht fĂŒr realistisch.
50.000 Stellen, vier Werke, eine Million Autos weniger
Die Dimension ist gewaltig. Laut Medienberichten stehen bei den neuen PlĂ€nen weitere 50.000 Stellen und vier Werke zur Disposition, sollten die Kosten nicht anders sinken. Die KapazitĂ€t soll auf rund neun Millionen Fahrzeuge fallen â etwa eine Million weniger als heute und rund drei Millionen weniger als vor Corona.
Dazu kommt der bereits vereinbarte Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030, davon 35.000 bei der Kernmarke. Mehr als 37.000 BeschÀftigte hÀtten entsprechende Vereinbarungen bereits unterschrieben. Im zweiten Quartal brach der Gewinn Berichten zufolge um rund ein Drittel ein, belastet vom China-GeschÀft.
Ein Symptom, kein Einzelfall
Aus Sicht unserer Redaktion ist der Konflikt mehr als ein Konzerndrama. Hohe Energiekosten, ausufernde BĂŒrokratie, politisch verordnete Antriebswenden und Handelskonflikte treffen die Autoindustrie gleichzeitig â wĂ€hrend die Politik weiter Milliarden verteilt, statt Standortkosten zu senken. Wer soll das am Ende bezahlen?
FĂŒr Sparer ist die Botschaft unbequem: Selbst Industrie-Ikonen sind keine Garantie mehr. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung gegen genau solche BrĂŒche sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschÀtzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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