
Schuldenschock in Paris: Frankreich rast auf 122 Prozent zu!

Paris muss seine Schuldenprognose kassieren â nach oben. Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium teilte am Samstag mit, dass die Staatsverschuldung 2026 auf 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern werde â und 2027 auf 121,7 Prozent. Es wĂ€re der höchste Stand seit Jahrzehnten.
Zum Vergleich: 2025 lag die Quote noch bei 115,6 Prozent. Nach Zahlen des Statistikamts Insee wurden vergleichbare Werte zuletzt Mitte der 1990er-Jahre erreicht. Die ErklÀrung des Ministeriums klingt beinahe fatalistisch: Der Anstieg sei "mechanisch", eine Folge des anhaltend hohen Defizits.
Doppelt so hoch wie erlaubt â und BrĂŒssel schaut zu
Die Maastricht-Referenzmarke von 60 Prozent des BIP ist damit nicht knapp verfehlt, sondern pulverisiert: Frankreich liegt beim Doppelten. Auch die Defizitgrenze von drei Prozent ist lĂ€ngst Geschichte. Nach 5,1 Prozent im Jahr 2025 rechnet die Regierung fĂŒr 2026 mit 5,4 Prozent.
Ein Ende ist nicht in Sicht. Bercy, wie das Finanzministerium in Paris genannt wird, rĂ€umt selbst ein, dass sich die Schuldenquote erst stabilisieren könne, wenn das Defizit auf drei Prozent gedrĂŒckt sei â angepeilt ist das fĂŒr 2029. Wer die Haushaltsgeschichte der FĂŒnften Republik kennt, weiĂ: Solche Zieldaten wandern in Paris traditionell nach hinten.
Innerhalb der Euro-Zone ist Frankreich damit das am dritthöchsten verschuldete Land, nur Griechenland und Italien liegen davor. Bemerkenswert: Spanien drĂŒckte seine Schuldenquote im Juli unter 100 Prozent, Portugal lag 2025 sogar unter 90 Prozent. Die einst belĂ€chelten SĂŒdlĂ€nder sanieren â die zweitgröĂte Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht.
54 Milliarden sparen â und die Rentner zahlen mit
Premierminister SĂ©bastien Lecornu hat fĂŒr 2027 einen Haushalt angekĂŒndigt, den er als "offensiv" bezeichnet: mit einem Sparvolumen von 54 Milliarden Euro. Heikle Einzelfragen ĂŒberlĂ€sst er dem Parlament â vor allem jene, die Rentner betreffen.
Laut Berichten aus dem Regierungsumfeld soll der Pauschalabzug fĂŒr Rentner von derzeit maximal 4.439 Euro auf 3.000 Euro gedeckelt werden, ergĂ€nzt um Nullrunden oder Teil-Anpassungen bei Pensionen. Mehreinnahmen: rund 1,4 Milliarden Euro. Eine Quelle im Umfeld der Exekutive nannte das Thema demnach wahlpolitisch ĂŒberaus schwierig.
Zugleich soll die Staatsquote 2027 nur minimal sinken â auf 56,9 Prozent des BIP. Die Abgabenquote steigt dagegen auf 44,2 Prozent. Sparen heiĂt in Paris offenbar vor allem: weniger wachsen lassen, dafĂŒr mehr abschöpfen.
Opposition rechnet vor â PrĂ€sentation am 1. Oktober
Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, warnte vor "kataklysmischen Folgen" eines Budgets, das Verschwendung vergröĂere und die Abgabenlast erhöhe. Sein Lager kĂŒndigte ein eigenes Sparprogramm ĂŒber 125 Milliarden Euro an.
Die EntwĂŒrfe fĂŒr Staats- und Sozialhaushalt gehen am 1. Oktober in den Ministerrat, danach ins Parlament. Der Haushaltsrat HCFP prĂŒft vorab die GlaubwĂŒrdigkeit der Zahlen.
FĂŒr deutsche Sparer ist das keine ferne Randnotiz. Frankreich ist Deutschlands wichtigster Handelspartner â und ein Kernland der Euro-Zone. Steigende RisikoprĂ€mien auf französische Anleihen wĂŒrden unweigerlich auf die EZB durchschlagen. Wer seine Ersparnisse breit streut, hatte in solchen Phasen mit physischem Gold und Silber historisch einen Anker, der von keinem Haushaltsentwurf abhĂ€ngt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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