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30.04.2026
05:44 Uhr

Migrationswende ad acta: Abschiebungen brechen um 28 Prozent ein – Merz und Dobrindt blamiert

Es war eines der zentralen Wahlversprechen, mit dem Friedrich Merz und seine Union ins Kanzleramt einzog: Schluss mit der Migrationspolitik der Ampel, endlich konsequente Abschiebungen, endlich ein Staat, der seine eigenen Gesetze ernst nimmt. Knapp ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition ist von dieser angekĂŒndigten Zeitenwende jedoch nichts mehr zu spĂŒren. Im Gegenteil: Die Zahl der Abschiebungen ist regelrecht eingebrochen.

Nur noch 4.807 Abschiebungen im ersten Quartal

Die nĂŒchternen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mussten lediglich 4.807 ausreisepflichtige Migranten Deutschland tatsĂ€chlich verlassen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem RĂŒckgang von satten 1.344 Abschiebungen oder 28 Prozent. Damit dĂŒrfte das groß angekĂŒndigte Programm der „Migrationswende“ unter Bundeskanzler Friedrich Merz und Innenminister Alexander Dobrindt vorerst krachend gescheitert sein. Die Daten gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, ĂŒber die zuerst die Neue OsnabrĂŒcker Zeitung berichtet hatte.

Besonders pikant: In den vergangenen fĂŒnf Jahren waren die Zahlen – wenn auch auf bescheidenem Niveau – immerhin kontinuierlich gestiegen. Ausgerechnet unter einer Regierung, die sich HĂ€rte in Sachen Migration auf die Fahnen geschrieben hatte, kommt nun der dramatische Einbruch.

Eine Million abgelehnte Asylbewerber – und kaum jemand muss gehen

Noch deutlicher wird das migrationspolitische Versagen, wenn man die Gesamtzahlen betrachtet. Mitte 2025 waren im AuslĂ€nderzentralregister 949.086 AuslĂ€nder mit einem abgelehnten Asylantrag erfasst. Eine knappe Million Menschen also, deren Schutzanspruch der deutsche Staat nach eigener PrĂŒfung verneint hatte. Die logische Konsequenz wĂ€re die Ausreise. Doch die allermeisten erhielten stattdessen einen Aufenthaltstitel – durch die HintertĂŒr.

Lediglich rund 226.500 Personen galten als vollziehbar ausreisepflichtig. Und selbst von dieser ohnehin geschrumpften Gruppe wurden etwa 185.000 Menschen mit einer Duldung ausgestattet. Damit sind sie faktisch nicht mehr abschiebbar. Unterm Strich bleiben von ursprĂŒnglich rund einer Million abgelehnter Asylbewerber gerade einmal 41.500 Personen ĂŒbrig, die ĂŒberhaupt noch abgeschoben werden könnten. Ein Armutszeugnis sondergleichen fĂŒr einen Rechtsstaat, der diesen Namen verdienen will.

Zwei von drei geplanten Abschiebungen platzen

Als wĂ€re das nicht genug, kommt erschwerend hinzu: Im Jahr 2025 platzten zwei von drei geplanten Abschiebungen. Die GrĂŒnde sind altbekannt – untergetauchte Personen, mangelhafte Kooperation der HerkunftslĂ€nder, juristische HĂŒrden, fehlende Reisedokumente und nicht zuletzt eine vor Antragstellungen Ă€chzende deutsche BĂŒrokratie. Im ersten Quartal 2026 wurden die meisten Abschiebungen in die TĂŒrkei (601), nach Georgien (266), Nordmazedonien (230), Spanien (192) sowie Marokko und Algerien (jeweils 178) durchgefĂŒhrt. Nach Syrien und in den Iran reisten jeweils ganze drei Personen unfreiwillig zurĂŒck. Drei.

Linke fordert offen das Bleiberecht fĂŒr nahezu alle

WĂ€hrend die Bundesregierung klĂ€glich scheitert, nutzt die Linke die Gelegenheit, um ihre eigene Vorstellung von Migrationspolitik in den Vordergrund zu rĂŒcken. Die flĂŒchtlingspolitische Sprecherin der Partei, Clara BĂŒnger, erklĂ€rte, es sei „grundfalsch“, Abschiebungen zu forcieren. Stattdessen forderte sie eine „wirksame Bleiberechtsregelung“, die Menschen eine sichere Perspektive eröffne. Als Vorbild diene Spanien, wo die Linksregierung unter Pedro SĂĄnchez angekĂŒndigt habe, den Aufenthaltsstatus von rund 500.000 Migranten ohne gĂŒltige Papiere zu legalisieren.

Mit anderen Worten: Wer es nach Deutschland geschafft habe, solle bleiben dĂŒrfen – ganz gleich, ob ein Asylantrag abgelehnt wurde oder nicht. Eine Position, die das Konzept des geltenden Asylrechts ad absurdum fĂŒhren wĂŒrde. Wenn Ablehnung keine Konsequenzen mehr hĂ€tte, wozu dann ĂŒberhaupt noch ein Asylverfahren?

Vom Versprechen zur VerwÀsserung

Die Diskrepanz zwischen den vollmundigen Wahlkampfreden eines Friedrich Merz und der nĂŒchternen RealitĂ€t im FrĂŒhjahr 2026 könnte kaum grĂ¶ĂŸer sein. Wer im Wahlkampf eine harte Linie verspricht und dann liefert, was selbst die VorgĂ€ngerregierung ĂŒbertrifft – allerdings im negativen Sinne – muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen der BĂŒrger weiter schwindet. Die Stimmen jener, die lĂ€ngst eine politische KursĂ€nderung in Richtung tatsĂ€chlicher SouverĂ€nitĂ€t fordern, werden lauter. Und sie spiegeln keineswegs nur eine Randmeinung wider, sondern den Willen eines erheblichen Teils der deutschen Bevölkerung, die seit Jahren auf eine ehrliche, konsequente und vor allem rechtsstaatlich saubere Migrationspolitik wartet.

Wenn der Staat versagt, schĂŒtzen sich BĂŒrger selbst

Eine Regierung, die ihre eigenen Gesetze nicht durchsetzt, untergrĂ€bt das Vertrauen in den Rechtsstaat insgesamt. Hinzu kommen die enormen finanziellen Belastungen, die durch die anhaltend hohe Zahl an Geduldeten und faktisch nicht abschiebbaren Personen entstehen. Diese Kosten tragen die Steuerzahler – Jahr fĂŒr Jahr, in Milliardenhöhe. Gleichzeitig dreht sich die Inflationsspirale weiter, das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur tut sein Übriges, und der Wert des hart erarbeiteten Geldes erodiert.

In Zeiten, in denen der Staat seinen Kernaufgaben nicht mehr nachkommt und die finanzpolitische StabilitĂ€t auf wackligen FĂŒĂŸen steht, gewinnt die Frage nach echter Vermögenssicherung neue Dringlichkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte hinweg als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig von politischen Verwerfungen, WĂ€hrungsexperimenten und ausufernder Staatsverschuldung. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie genau jene StabilitĂ€t, die politische Versprechen offensichtlich nicht mehr liefern können.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die geĂ€ußerten EinschĂ€tzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. FĂŒr eigene Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich und sollte gegebenenfalls einen unabhĂ€ngigen Fachberater hinzuziehen.

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