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28.09.2026
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Kanzler-Krise abgeblasen? CDU stellt Merz ein Reform-Ultimatum

Kanzler-Krise abgeblasen? CDU stellt Merz ein Reform-Ultimatum
Symbolbild: KI-generiert

Die CDU will nicht mehr ĂŒber ihren eigenen Kanzler reden. GeneralsekretĂ€rin Franziska Hoppermann hat die Debatte um Friedrich Merz im GesprĂ€ch mit der Rheinischen Post fĂŒr beendet erklĂ€rt. Umsonst gibt es die RĂŒckendeckung aber nicht: Die Partei erwarte, dass Merz bei den Reformen Kurs halte und die BeschlĂŒsse der Koalition auch tatsĂ€chlich umsetze.

Machtwort nach dem Wahl-Debakel

„Die Personaldiskussion ist beendet. Das ist auch gut so“, sagte Hoppermann, die das Amt der GeneralsekretĂ€rin erst seit Juli innehat. Jetzt gehe es darum, das Land zusammenzufĂŒhren und die Modernisierung konsequent voranzutreiben. Ob sich einfach kein MinisterprĂ€sident getraut habe, den Kanzler zu stĂŒrzen? Darauf antwortete sie spitz:

„Wir sind doch nicht im Kindergarten und stellen uns gegenseitig Mutproben.“

Ein flotter Spruch. Er Ă€ndert allerdings wenig an den Zahlen, die die Union im September hinnehmen musste. In Sachsen-Anhalt fiel die CDU auf 17,2 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern kam sie auf magere 4,9 Prozent und verpasste damit zum ersten Mal ĂŒberhaupt den Einzug in einen Landtag. In Berlin reichte es bei der Abgeordnetenhauswahl nur noch fĂŒr 18,8 Prozent.

Merz selbst sprach von einer Mitverantwortung. Bei den Landtagswahlen habe die Bundespolitik eine große Rolle gespielt, „auch meine Person“, rĂ€umte er ein. Von seinem Reformkurs wolle er dennoch nicht abrĂŒcken.

Die Sozialkassen laufen leer

Hoppermann drĂ€ngt vor allem bei den Sozialversicherungen aufs Tempo. Unternehme die Regierung nichts, mĂŒssten immer weniger Beitragszahler immer höhere Lasten schultern. Ihre Warnung fĂ€llt drastisch aus: „Wenn wir jetzt nichts tun, produzieren wir die Extremisten von morgen.“

Die Zahlen geben ihr zumindest beim Befund recht. FĂŒr 2026 plant der Bund rund 127,8 Milliarden Euro an ZuschĂŒssen fĂŒr die Rentenversicherung ein, im Haushaltsentwurf fĂŒr 2027 sind es schon gut 132 Milliarden. Dazu kommt ein Loch von etwa 18 Milliarden Euro, das der GKV-Spitzenverband fĂŒr 2027 bei der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet, sofern die BeitrĂ€ge nicht noch weiter steigen sollen.

Noch dramatischer sieht es bei der Pflege aus. Der Verband rechnet dort in diesem Jahr mit einem Defizit von 4,4 Milliarden Euro. Obwohl der Bund bereits ein Darlehen ĂŒber 3,2 Milliarden Euro gewĂ€hrt, sollen die Einnahmen ab Oktober nicht mehr fĂŒr alle Leistungen reichen. Bis Silvester fehlen demnach rund 500 Millionen Euro. Ein Sozialstaat, der auf Pump lebt, ist kein Zukunftsmodell.

Rentenpaket: Der Ball liegt bei der SPD

Bei der Rente sieht Hoppermann vor allem Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) in der Pflicht. Aus dem Koalitionsausschuss seien noch zu viele BeschlĂŒsse offen, der Gesetzentwurf mĂŒsse jetzt zĂŒgig kommen. Die Rentenkommission hatte im Juni 33 Empfehlungen vorgelegt, darunter:

  • das Aus fĂŒr die abschlagsfreie Rente fĂŒr besonders langjĂ€hrig Versicherte,
  • eine Schutzrente fĂŒr BeschĂ€ftigte, die nach vielen Beitragsjahren aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht mehr arbeiten können,
  • ein langfristig weiter steigendes Renteneintrittsalter.

Union und SPD hatten sich Anfang Juli darauf geeinigt, diese VorschlĂ€ge umzusetzen. Nun verlangt Hoppermann Vertragstreue. Beim Streit um die abschlagsfreie Rente sehe sie beide Seiten „gar nicht weit auseinander“. Von der SPD erwarte sie „Ernsthaftigkeit“. Eine SPD-BĂŒrgerversicherung hatte sie Medienberichten zufolge erst vor wenigen Tagen klar abgelehnt.

StabilitÀt per Ansage?

Die Menschen sehnten sich nach „StabilitĂ€t und Orientierung“, sagt die GeneralsekretĂ€rin. Eine Debatte per Interview fĂŒr beendet zu erklĂ€ren, stiftet diese StabilitĂ€t aber noch nicht. Überzeugen wĂŒrde erst ein Kanzler, der liefert, und zwar schnell. Andernfalls dĂŒrfte sich das Wahldebakel vom September nicht als Ausrutscher erweisen, sondern als Vorgeschmack auf das, was noch kommt.

Wer sich angesichts klammer Sozialkassen nicht allein auf den Staat verlassen will, sorgt am besten selbst vor. Physisches Gold und Silber können dabei ein sinnvoller Baustein sein, als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein.

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