
Inflations-Schock in London: Benzinpreise treiben Briten in die Zange

Die Teuerung im Vereinigten Königreich zieht wieder an â und das ausgerechnet einen Tag vor dem Zinsentscheid der Bank of England. Die Verbraucherpreise legten im August gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent zu, wie das Statistikamt Office for National Statistics am Mittwoch in London mitteilte. Das ist der höchste Wert seit MĂ€rz und bereits der zweite Anstieg in Folge.
Im Juli hatte die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Ăkonomen hatten im Median exakt diese 3,1 Prozent erwartet â die Notenbank selbst war in ihrer Prognose von lediglich 2,8 Prozent ausgegangen. Die WĂ€hrungshĂŒter haben sich also erneut verschĂ€tzt.
Der Krieg kommt an der ZapfsÀule an
Hauptreiber des Preisschubs waren die Kraftstoffe. Der andauernde Krieg im Iran treibt die Notierungen an den RohstoffmĂ€rkten nach oben, Medienberichten zufolge kletterte Brent-Ăl zuletzt wieder ĂŒber die Marke von 100 Dollar je Fass. Was in der StraĂe von Hormus passiert, landet wenige Wochen spĂ€ter auf der Tankquittung in Manchester â und in Magdeburg.
Ein Muster, das deutsche Verbraucher schmerzhaft kennen: Energie ist der Taktgeber jeder Inflationswelle. Sie verteuert nicht nur das Tanken, sondern ĂŒber Fracht-, Produktions- und Heizkosten praktisch jedes Regal im Supermarkt.
Der harte Kern bleibt hartnÀckig
Bemerkenswert ist der Blick unter die OberflĂ€che. Die Kerninflation â bereinigt um Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak â verharrte bei 2,6 Prozent. Die Dienstleistungsinflation, fĂŒr die Notenbanker der wichtigste Gradmesser des binnenwirtschaftlichen Preisdrucks, blieb unverĂ€ndert bei 3,4 Prozent.
Ăbersetzt heiĂt das: Der Preisauftrieb im Inland löst sich nicht in Luft auf, er klebt. Das Pfund legte nach Veröffentlichung der Daten weiter zu â die MĂ€rkte rechnen offenbar mit einer Notenbank, die vorerst keinen Millimeter nachgibt.
Zinsentscheid im Zangengriff
Beobachter erwarten, dass die Bank of England ihren Leitzins unverĂ€ndert lĂ€sst. Laut offiziellen Angaben liegt die Bank Rate seit Dezember 2025 bei 3,75 Prozent. Die Notenbank steckt in der klassischen Klemme: Senkt sie, riskiert sie eine Verfestigung der Teuerung. HĂ€lt sie dagegen, wĂŒrgt sie eine Konjunktur ab, die bereits Bremsspuren zeigt â Berichten zufolge sank die Zahl der BeschĂ€ftigten im August um rund 26.000.
Auch in der Eurozone hat sich der Wind gedreht. Die EZB hob ihren Einlagensatz Medienberichten zufolge im September erneut um 0,25 Punkte auf 2,50 Prozent an â nach einer Erhöhung im Juni. Von der lange erhofften Ăra billigen Geldes ist wenig ĂŒbrig.
Was das fĂŒr Sparer bedeutet
FĂŒr BĂŒrger diesseits und jenseits des Ărmelkanals ist die Lehre dieselbe: Inflation ist kein statistisches Detail, sondern eine schleichende Enteignung der FleiĂigen. Wer sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt, verliert real an Kaufkraft, solange die Teuerung ĂŒber den Zinsen liegt.
Historisch haben sich in Phasen geopolitischer Eskalation und anziehender Energiepreise physische Edelmetalle als ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen bewĂ€hrt â als Sachwert, der weder von Notenbankprognosen noch von Regierungsversprechen abhĂ€ngt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren, und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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