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30.04.2026
07:51 Uhr

Habecks Heizungs-Hammer auf Eis: Die 65-Prozent-Regel kippt – vorerst

Habecks Heizungs-Hammer auf Eis: Die 65-Prozent-Regel kippt – vorerst
Symbolbild: KI-generiert

Es ist eines jener Gesetzeswerke, die als Symbol einer ideologisch verblendeten Energiepolitik in die GeschichtsbĂŒcher eingehen dĂŒrften: das Heizungsgesetz der einstigen Ampelkoalition. Nun verkĂŒndet die Bundesregierung unter Friedrich Merz, dass die berĂŒchtigte 65-Prozent-Regel fĂŒr erneuerbare Energien bei der WĂ€rmeversorgung bis zum 1. November 2026 ausgesetzt werde. Was zunĂ€chst nach einem Befreiungsschlag fĂŒr geplagte Hausbesitzer klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als typisches Berliner Provisorium – eine Notlösung, weil die Koalition aus Union und SPD ihre eigene Reform schlichtweg nicht auf die Reihe bekommt.

Eine Regelung im Schwebezustand

Wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch mitteilte, werde die zentrale Vorgabe des weiterhin gĂŒltigen GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) – wonach mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien bei neu eingebauten Heizungen verpflichtend wĂ€ren – nicht wie ursprĂŒnglich geplant zum 1. Juli wirksam. Stattdessen werde sie um vier Monate verschoben. Der Grund? Das versprochene neue GebĂ€udemodernisierungsgesetz, auf das sich Union und SPD bereits im Februar geeinigt haben wollen, liegt noch immer nicht beschlossen auf dem Kabinettstisch. Es gelte, so der Ministeriumssprecher, „Genauigkeit vor Schnelligkeit, oder beides muss parallel gehen“. Eine Phrase, die so nichtssagend ist, dass sie aus jedem Lehrbuch politischer Verzögerungstaktik stammen könnte.

Streit um Mieterschutz blockiert die Reform

Der eigentliche Knackpunkt liegt offenbar woanders: Wie das Handelsblatt berichtete, könnten sich die KoalitionĂ€re nicht auf eine Regelung zum Schutz von Mietern vor explodierenden Nebenkosten einigen, sollten Vermieter weiterhin auf fossile Heizsysteme setzen. Im Eckpunktepapier vom Februar war eine „Regelung zum Schutz der Mieter vor ĂŒberhöhten Nebenkosten durch den Einbau unwirtschaftlicher Heizungen“ angekĂŒndigt worden – konkrete Ergebnisse? Fehlanzeige. WĂ€hrend die SPD ihre klientelpolitische Mieterschutz-Agenda durchdrĂŒcken will, scheint die Union zu zögern. So bleibt am Ende, was in deutschen Koalitionen ĂŒblich geworden ist: Stillstand, kaschiert als Sorgfalt.

Erleichterungen fĂŒr Hausbesitzer – mit HintertĂŒr

Die geplanten Lockerungen klingen zunĂ€chst nach Erlösung fĂŒr all jene Eigenheimbesitzer, die unter der ideologischen WĂ€rmewende-Doktrin der VorgĂ€ngerregierung gelitten haben. Die starre 65-Prozent-Vorgabe soll dauerhaft entfallen. Doch der Teufel steckt im Detail: Als Ersatz ist eine sogenannte GrĂŒngasquote vorgesehen. Öl- und Gasheizungen mĂŒssen kĂŒnftig in steigendem Umfang mit Biomethan oder synthetischen Brennstoffen betrieben werden. Wer glaubt, damit sei der BĂŒrger aus dem Schneider, irrt gewaltig. Diese vermeintlich klimafreundlichen Brennstoffe sind in der Beschaffung kostspielig und in den benötigten Mengen kaum verfĂŒgbar. Die Kostenlast wird, wie so oft, am Ende beim Verbraucher landen.

Ein LehrstĂŒck aus dem politischen Berlin

Was sich hier abspielt, ist symptomatisch fĂŒr den Zustand der deutschen Politik. Erst wird ein dirigistisches Gesetzeswerk durchgepeitscht, das Millionen Hausbesitzer in Panik versetzt und den Handwerksbetrieben das Leben schwer macht. Dann verspricht die nachfolgende Regierung eine Reform – und scheitert an internen GrabenkĂ€mpfen. Friedrich Merz hatte vor der Wahl Entlastungen versprochen, doch die RealitĂ€t in der Großen Koalition sieht anders aus: zĂ€he Verhandlungen, faule Kompromisse und im Hintergrund die lĂ€ngst beschlossene KlimaneutralitĂ€t bis 2045, die im Grundgesetz verankert wurde. Die BĂŒrger zahlen die Zeche, wĂ€hrend Berlin sich in symbolpolitischen Pirouetten verliert.

Was bedeutet das fĂŒr Hausbesitzer und Sparer?

Die Aussetzung der Regel bietet kurzfristig Atempause. Wer derzeit eine neue Heizung einbauen muss, kann bis November 2026 vermutlich noch klassische Anlagen installieren, ohne die starre Quote erfĂŒllen zu mĂŒssen. Doch die langfristigen Belastungen sind gewaltig: Eine Sanierungswelle, getrieben von BrĂŒsseler und Berliner Vorgaben, wird in den kommenden Jahren erhebliche Vermögenswerte aufzehren. Wer in Immobilien investiert ist, sollte sich der politischen Risiken bewusst sein. Gerade in Zeiten, in denen das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen die Inflation weiter anheizen dĂŒrfte, lohnt sich der Blick auf bewĂ€hrte Wertspeicher. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Schutz gegen politische WillkĂŒr und schleichende Geldentwertung bewiesen – ein gesundes Portefeuille sollte sie als Beimischung enthalten.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung der Redaktion auf Basis öffentlich zugĂ€nglicher Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und im Zweifelsfall qualifizierte Berater hinzuzuziehen. Anlageentscheidungen treffen Leser eigenverantwortlich; eine Haftung fĂŒr etwaige Verluste oder rechtliche Konsequenzen wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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