280.000
Kunden
Sicherer
Versand
17.08.2026
05:40 Uhr
KI-generiert

Gekaufte Antworten: Wenn ChatGPT plötzlich Regierungs-PR nachbetet

Gekaufte Antworten: Wenn ChatGPT plötzlich Regierungs-PR nachbetet
Symbolbild: KI-generiert

Ein Bericht des US-Magazins Politico beschreibt einen Vorgang, der die Öffentlichkeitsarbeit von Staaten in ein neues Zeitalter katapultiert: Israel soll ĂŒber Werbeagenturen Inhalte im Netz platziert haben, deren eigentliche Zielgruppe keine Menschen sind – sondern Sprachmodelle wie ChatGPT und Perplexity. Grundlage sind Unterlagen, die Lobbyfirmen in den USA nach dem Foreign Agents Registration Act (FARA) beim Justizministerium einreichen mĂŒssen.

100.000 Dollar fĂŒr ein „Institut“ ohne Autoren

Im Zentrum steht laut dem Bericht die Website eines „Hanover Institute for Public Policy“. Politico beschreibt eine 100.000 Dollar schwere Kampagne, die beeinflussen sollte, wie große Sprachmodelle Fragen zum Gaza-Krieg beantworten; im Mittelpunkt steht eine Seite mit anonymen Berichten zu Antisemitismus und geopolitischen Themen.

Aufgesetzt worden sei das Projekt ĂŒber die französische PR-Firma Havas Media, die einen Großteil der FARA-registrierten Einflussarbeit Israels in den USA abwickelt, sowie deren Subunternehmer Piro Inc. – im Auftrag der staatlichen israelischen Werbeagentur LaPam. Die BeitrĂ€ge dort tragen Fragen als Überschriften, etwa ob die IDF die moralischste Armee der Welt sei oder ob es in Gaza eine Hungerpolitik gebe.

Warum Fragen-Überschriften kein Zufall sind

Genau dieses Muster – Frage oben, scheinbar nĂŒchterne Datenantwort darunter – ist das Futter, aus dem Chatbots ihre Antworten zusammensetzen. Und es funktioniert offenbar: Laut Politico zitierten ChatGPT und Perplexity Material der Hanover-Seite, als neutrale Fragen zu Gaza und Israel gestellt wurden.

Dazu passt die technische Spur. Politico berichtete von Hinweisen, dass die Seite mithilfe von Res, einem Startup aus Seattle, gebaut oder gehostet wurde – einer Firma, die damit wirbt, Marken hĂ€ufiger von KI-Modellen empfehlen zu lassen. Eine identische Version der Startseite auf einem Res-Server sei nach der Anfrage der Journalisten verschwunden.

Kein Einzelfall – und ein Millionenbudget

Die Kampagne ist offenbar nur der kleine Bruder eines viel grĂ¶ĂŸeren Vorgangs. Einer Untersuchung des Wall Street Journal zufolge hatte Havas zuvor den frĂŒheren Trump-Wahlkampfmanager Brad Parscale fĂŒr eine 46,5 Millionen Dollar schwere Kampagne engagiert, zu der KI-generierte proisraelische Botschaften sowie Websites und Postings gehörten, die gĂŒnstigere Antworten von KI-Plattformen erzeugen sollten.

Die Beteiligten widersprechen der Deutung. Das Hanover Institute bezeichnet seine Arbeit als „documentary, not declarative“ und rein akademisch. Ein Piro-MitgrĂŒnder erklĂ€rte dem Bericht zufolge, man sei beauftragt, quellenbasierte Fakten in den öffentlichen Raum zu bringen. Havas, die israelische Werbeagentur und die Botschaft hĂ€tten Stellungnahmen abgelehnt.

Das eigentliche EingestÀndnis

Wer Millionen investiert, um Maschinen umzustimmen, kennt seine Ausgangslage. Nach einer Pew-Umfrage vom Juni sehen sechs von zehn US-Erwachsenen Israel eher oder sehr ungĂŒnstig – 2022 waren es 42 Prozent; 65 Prozent haben wenig oder kein Vertrauen in die Politik von MinisterprĂ€sident Netanjahu.

FĂŒr unsere Redaktion ist der eigentliche Skandal grĂ¶ĂŸer als ein einzelner Staat. Wenn Antworten kaufbar werden, wird jede Regierung, jeder Konzern, jeder Verband denselben Weg gehen. Wer Meinungsbildung an ein System auslagert, das HĂ€ufigkeit mit Wahrheit verwechselt, gibt seine geistige SouverĂ€nitĂ€t ab – freiwillig und bequem.

Vertrauen in ErzĂ€hlungen ist flĂŒchtig. Manche BĂŒrger ziehen daraus den Schluss, sich in Vermögensfragen weniger auf Versprechen und Modelle zu verlassen und stattdessen auf physisch vorhandene Werte wie Gold und Silber zu setzen – als nĂŒchterne Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schĂŒtzen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier fĂŒr den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende EinwilligungserklĂ€rung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail ĂŒber Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von GrĂŒnden mit Wirkung fĂŒr die Zukunft widerrufen. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberĂŒhrt.“