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02.10.2026
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Diesel-Poker mit Washington: Ölpreis rutscht unter 100 Dollar!

Diesel-Poker mit Washington: Ölpreis rutscht unter 100 Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Am Freitag sind die Ölpreise deutlich gefallen. Auslöser waren Berichte, nach denen die EU-Staaten ĂŒber die Freigabe von 50 Millionen Barrel Diesel aus ihren Notreserven beraten. Hinter dem französischen Vorstoß steht massiver Druck aus Washington. Dazu kommt eine Drohung, die Europas Lkw-Flotten, Traktoren und Baumaschinen hart treffen könnte.

Brent fÀllt unter die magische Marke

Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Dezember verbilligte sich um 2,6 Prozent auf 99,65 Dollar je Barrel. Noch stĂ€rker fiel die US-Sorte WTI: Sie verlor 4 Prozent und lag bei 89,11 Dollar. Am Vortag hatten die Notierungen noch zugelegt. Da hieß es, die USA schickten einen dritten FlugzeugtrĂ€gerverband samt 2.000 Marines in den Nahen Osten.

Was den RĂŒckgang auslöste: Medienberichten zufolge, die sich auf eine einzige anonyme Quelle stĂŒtzen, habe Frankreich vorgeschlagen, dass die EU-LĂ€nder 50 Millionen Barrel Diesel freigeben. Die Mitglieder der Internationalen Energieagentur (IEA) sollten zusĂ€tzlich 50 Millionen Barrel Rohöl auf den Markt bringen. Offiziell bestĂ€tigt ist das bislang nicht. Laut Insidern soll ein Deal an eine Bedingung geknĂŒpft sein: Die USA mĂŒssten auf ein einseitiges Exportverbot fĂŒr Diesel verzichten.

Bessents Ultimatum an Europa

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag auf X krĂ€ftig Druck gemacht. Die europĂ€ischen Partner sollten ihre bestehenden Zusagen schneller erfĂŒllen und sofort zusĂ€tzliche Mengen bereitstellen. Er schrieb:

„Amerikanische Landwirte, Lkw-Fahrer und Unternehmen sollten nicht die Last einer globalen Dieselknappheit tragen mĂŒssen.“

Der Hintergrund ist auch innenpolitisch. Am 3. November stehen in den USA die Zwischenwahlen an. Laut Medienberichten kostet eine Gallone Diesel dort inzwischen im Schnitt 6,31 Dollar, vor dem Iran-Krieg waren es rund 3,50 Dollar. Washington verlange insgesamt 120 Millionen Barrel ĂŒber 180 Tage. Das wĂ€re knapp die HĂ€lfte der europĂ€ischen Dieselreserven. PrĂ€sident Trump hat ein Exportverbot zwar wiederholt ins Spiel gebracht. Zuletzt wirkte er aber zurĂŒckhaltender, weil wieder mehr Rohöl durch die Straße von Hormus fließt.

Europas gefÀhrliche AbhÀngigkeit

Nach Angaben der IEA stammte im August rund die HĂ€lfte der EU-Dieselimporte aus den USA. Die Vereinigten Staaten sind inzwischen der grĂ¶ĂŸte Dieselexporteur der Welt. Russland und China haben ihre Treibstoffexporte eingeschrĂ€nkt. Raffinerieprodukte aus dem Nahen Osten fehlen weiterhin, weil dort Anlagen beschĂ€digt wurden.

Die Krise zeigt deutlich, wie verwundbar Europa bei der Energieversorgung geworden ist. Fehlt der Diesel, stehen Speditionen, Landwirte und Baustellen still. Die Folgen tragen dann vor allem diejenigen, die das Land jeden Tag am Laufen halten.

Berlin zögert, die BĂŒrger zahlen

Die Bundesregierung reagiert zurĂŒckhaltend. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte am Freitag in Berlin: „Der Grund fĂŒr die hohen Kraftstoffpreise liegt zuvorderst in der Lage im Nahen Osten und der damit zusammenhĂ€ngenden Verknappung des Angebots. Es gilt jetzt, die MĂ€rkte nicht weiter zu verunsichern.“ Kanzler Merz werde an einer möglichen G7-Schalte teilnehmen.

Aus Regierungskreisen heißt es, die gemeinsame Freigabe von 400 Millionen Barrel durch die IEA im MĂ€rz habe die Preise nur kurz gedrĂŒckt. Einige VerbĂŒndete warnen offenbar außerdem: Wer die Reserven jetzt aufbraucht, hat bei einer weiteren Eskalation im Roten Meer womöglich nichts mehr in der Hinterhand. Inzwischen hat die Inflation in Deutschland im September 3,3 Prozent erreicht. Das ist der höchste Stand seit Ende 2023.

Fazit: Notreserven sind kein Dauerschutz

Strategische Reserven verschaffen Zeit, mehr nicht. Sie lösen weder die Knappheit noch die geopolitischen Konflikte dahinter. Wer sein Vermögen vor Energieschocks und hoher Inflation schĂŒtzen will, sollte breit streuen. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Krisen ĂŒber Generationen als stabile Beimischung bewĂ€hrt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss eigenstĂ€ndig recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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