
40 Billionen Schulden: Star-Investor warnt vor US-Zinsschock

Die USA sitzen auf einem Schuldenberg von mehr als 40 Billionen Dollar â und die Rechnung dafĂŒr wird tĂ€glich teurer. Bei einer Veranstaltung in New York warnte DoubleLine-GrĂŒnder Jeffrey Gundlach laut Bloomberg, die nĂ€chste Rezession könne eine handfeste Schuldenkrise auslösen. Seine Zahl fĂŒr den Ernstfall: 3 Billionen Dollar Zinsausgaben pro Jahr.
Die Zinslast frisst den Haushalt auf
Wie dramatisch die Entwicklung ist, zeigt ein simpler Vergleich. 2019 zahlte Washington rund 564 Milliarden Dollar Zinsen im Jahr. Inzwischen liegt die annualisierte Zinslast Berichten zufolge bei 1,247 Billionen Dollar â mehr als eine Verdoppelung in wenigen Jahren.
Der Grund: Jede alte Anleihe, die auslĂ€uft, muss zu heutigen Konditionen ersetzt werden. Und die Renditen zehnjĂ€hriger US-Staatsanleihen sind seit dem FrĂŒhjahr von rund 4 Prozent auf zuletzt 4,99 Prozent geklettert. Zum Vergleich: In der Corona-Zeit reichten 0,60 Prozent.
Warum Anleihen kein sicherer Hafen mehr sein könnten
Gundlachs zentrale These rĂŒttelt an einem Glaubenssatz ganzer Anlegergenerationen. Bislang galt: Bricht die Wirtschaft ein, flĂŒchten Investoren in Staatsanleihen, die Kurse steigen, die Renditen fallen. Der Fondsmanager erwartet das Gegenteil.
"Wir sind in einer verkehrten Welt, und in der nÀchsten Rezession werden die langfristigen Zinsen steigen. Sie werden wegen der Schuldenkrise steigen, die diese Rezession auslösen wird."
Das Haushaltsdefizit könne in einem Abschwung "leicht auf 12% des BIP steigen", sagte er demnach â und genau daraus ergebe sich die Drei-Billionen-Rechnung. Sein Fazit laut Bloomberg: Das könne man schlicht nicht machen.
Operation Twist oder Umschuldung â beides ein Alarmsignal
FĂŒr den Krisenfall skizzierte Gundlach zwei unkonventionelle Auswege. Erstens eine Neuauflage der "Operation Twist": Die Fed wĂŒrde langfristige Zinsen drĂŒcken und kurzfristige hochhalten. Eingreifen wĂŒrde sie seiner EinschĂ€tzung nach etwa bei 6,5 Prozent Rendite.
Zweitens â und ungleich brisanter â eine Umschuldung, bei der Kuponzahlungen gekappt wĂŒrden. Ein Kupon von eins fĂŒr alle, so sein Gedankenspiel, wĂŒrde die Zinsausgaben ĂŒber Nacht um 75 Prozent senken. Der Preis wĂ€re allerdings der Ruf als sicherster Schuldner der Welt. Gundlach selbst sagt, jeder Investor wĂŒrde vor Wut explodieren.
Das Muster hinter der Krise
Aus Sicht unserer Redaktion liegt hier der eigentliche Skandal â und er ist keineswegs auf Washington beschrĂ€nkt. Finanzkrise 2008, Corona, Energiekrise: Jedes Mal wurden Probleme mit neuen Schulden zugeschĂŒttet. Die Krise geht, die Schulden bleiben.
Auch Berlin kennt dieses Drehbuch. 500 Milliarden Euro Sondervermögen, KlimaneutralitĂ€t im Grundgesetz â finanziert von Steuerzahlern, die heute noch zur Schule gehen. Wer glaubt, Zinsen seien ein Naturgesetz, das dauerhaft bei null verharrt, hat die Jahre 2022 bis 2026 verschlafen.
Bemerkenswert ist zudem ein Detail aus Gundlachs Analyse: Seit 2020 brechen alte Marktkorrelationen weg â etwa zwischen Gold, Kupfer und den Anleiherenditen. Auch der Dollar verhalte sich nicht mehr wie frĂŒher. Nach der jĂŒngsten Fed-Zinserhöhung notierte Gold Berichten zufolge dennoch bei ĂŒber 4.300 Dollar je Unze. Ein Metall ohne Schuldner kennt eben kein Ausfallrisiko.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.
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